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Info - BLIND EGO: “Numb“

Als Mitglied einer international erfolgreichen Progrock-Band müsste Kalle Wallner doch eigentlich recht gut ausgelastet sein, möchte man meinen. Viele mögen daher sein gefeiertes Solodebüt „Mirror“ als glücklichen Einzelfall betrachtet haben, zumal sich der Freisinger mit ihm ein gehöriges Quantum Introspektion zur Heilung seiner Seelenwunden verschrieben hatte. Doch die Kur hat neue Kräfte freigesetzt, sodass der Gitarrist nun zwei Jahre später einen Nachfolger präsentiert. Mit „Numb“ drückt er den Fahrthebel bis zum Anschlag durch und präsentiert seinen Fans ein waschechtes Rockalbum. Der ehemalige Sepultura-Schlagzeuger Iggor Cavalera fand bei einem Studiobesuch das Material so gut, dass er spontan den Song „Change Reprise“ einspielte.

„Ich hab mir das so nicht vorgenommen“, erklärt er. „Es ist einfach passiert. Ich hatte wohl einfach Lust, ein sehr rhythmisches und rockiges Werk zu schreiben. Was in einigen ‚Mirror.- Songs angedeutet wurde, hat sich hier manifestiert.“

Wallner ist allerdings ein zu anspruchsvoller Musiker und Songwriter, als dass er es bei einer reinen Kraftdemonstration belassen könnte. Und so bietet er uns mit seinem hochkarätigen Zweitling neben straighten Beats, harten Sounds und unzähligen markigen Riffs selbstredend auch ansprechende Melodien, clevere Arrangements, packende Soli und die eine oder andere kompositorische Kniffligkeit.

Dem packenden Opener „Lost“ etwa verleihen akustische Gitarren und Vocoder-Effekte zusätzliche Tiefe. „Guilt“ beeindruckt mit seinem Kontrast zwischen unbändiger Rockpower und melodischer Feinfühligkeit. Und der Titelsong jagt einem mit seiner trickreichen Spielerei zwischen triolischen und binären Metren mehr als einmal wohlige Schauer über den Rücken, zumal hier die Drums bisweilen wie Peitschenhiebe wirken.

Zuckerbrot und Peitsche? Vielleicht. Auf jeden Fall strotzt „Numb“, auch wenn die Scheibe kraftvoller als ihre große Schwester daherkommt, nur so vor Vielfältigkeit. Treibend- Hypnotisches („Death“) kommt hier genauso zu seinem Recht wie sphärische Psychedelic („Change“). Und straighter Rock („Seek“) wird ebenso originell geboten wie Uptempo-Riff- Feuerwerk („Torn“). Ganz zu schweigen von den ergreifenden Balladen „Leave“ und „Risk“, die mit ihrer Klasse an die „Mirror“-Perlen „Don’t Ask Me“ und „Black Despair“ anknüpfen und mit denen sich Wallner einmal mehr als sensibler Songschreiber präsentiert.

Thematisch geht es auf „Numb“ um „Momentaufnahmen“, um „…extreme Gefühle, die einen für kurze Zeit vollständig überfluten, vereinnahmen und nichts anderes neben sich zulassen“, so der Gitarrist. „Deswegen die kurzen Songtitel: Man fühlt sich z. B. einfach nur ‚verlassen., ‚schuldig. oder ‚betäubt..“

Von der „Mirror“-Blind-Ego-Formation sind Sänger Paul Wrightson (ex-Arena) und Basser John Jowitt (IQ) noch dabei sowie RPWL-Kollege Yogi Lang, der Background-Vocals beisteuerte und erneut produzierte. Auf einen zweiten Mann am Mikro (letztes Mal war’s John Mitchell) hat Wallner diesmal verzichtet: „Ich hatte schon in Erwägung gezogen, wieder mit verschiedenen Sängern zu arbeiten. Doch als wir mit Paul die ersten Tracks aufgenommen hatten, war mir klar, dass das nicht zu toppen ist. Deswegen hab ich das Album komplett mit ihm gemacht.“

Dafür stellte sich Wallner diesmal zwei Viersaiter-Spezialisten zur Seite: Neben John Jowitt bedient Sylvans Sebastian Harnack auf „Numb“ noch den Bass. Einige Läufe auf diesem Instrument hat der Gitarrist aber auch selbst eingespielt. Außerdem konnte mit Michael Schwager (ex-Dreamscape) ein neuer hochkarätiger Drummer gewonnen werden.

Bleibt noch ein ganz besonderer Gast auf „Numb“ zu erwähnen: Drummer Iggor Cavalera (Sepultura, Mixhell), der den letzten Song „Change Reprise“ zu einem ganz besonderen Hörerlebnis werden lässt. „Unsere Booking-Agentur hatte ihn für ein Konzert mit Mix Hell in Freising gebucht“, so Wallner. „Beim Besuch in unserem Farmlands-Studio fand er das neue Blind-Ego-Material so gut, dass er sofort bereit war bei einem Song mitzuwirken. Daraus ergab sich die Variation von ‚Change..“

Dem ist nichts hinzuzufügen. „Numb“ wird RPWL-Fans gefallen. Und wem die Band immer ein bissschen zu sehr auf Samtpfoten wandelt, der wird von Blind Ego begeistert sein.

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CD Cover



Line-up:
Kalle Wallner - Gitarren
Paul Wrightson - Vocals
Sebastian Harnack - Bass
John Jowitt - Bass
Michael Schwager - Schlagzeug
Iggor Cavalera - Schlagzeug
Yogi Lang - Background Vocals

Produzent:
Yogi Lang

Discographie:
"Mirror" (2007)
"Numb" (2009)

Internet:
www.blind-ego.com
myspace.com/blindego

Label:
Gentle Art of Music

Booking:
Gentle Art of Music

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Material auf Anfrage